Startseite HISTORY NEWS DSC Mitte DSC Cup DTSW LEMANS CHALLENGE MARTINSVILLE NASCAR RACES WIE MACHE ICH... IMCA SLOTRACING OLDIES BUT GOODIES GALLERY IMPRESSUM SHOP

WIE MACHE ICH...:



Themen:
WWS Formelrenner - die Clubserie
JSR Chassis für DSC Klasse 1
Ferrari 500 Testa Rossa - Baubericht
Weißwandreifen, blue and gold Streaks
WWS Renault auf neuem Chassis
Cheetah Competition Coupe - Baubericht
Bau eines Formel nach FNS Reglement
Neue Fahrerfiguren von JENS SCALE RACING
Stockcars - Martinsville 500 - Der Baubericht
Aufbau einer DSC Kl.1 Corvette
Sprayglue oder wie...
Fahrerfiguren
Cockpits


Ferrari 500 Testa Rossa - Baubericht

H A S E G A W A   B A U S A T Z   U N D   J S R   T R   C H A S S I S 



Nach oben

Die 16.Auflage der Le Mans Challenge (LMC) im Mai 2012 bot einige Neuerungen in bezug auf die Einsatzfahrzeuge. In der Klasse 1 durften nur Rennwagen mit Originallackierung aus den Jahren 1957 und 1958 starten. Endlich durften einmal Autos gebaut werden, die man sonst bei Rennen nicht so häufig antrifft.

Ich habe mich für den Hasegawa Plastikbausatz des Ferrari 250 Testa Rossa entschieden, der schon seit Jahren auf seinen Einsatz bei einem geeigneten Rennen wartet. Das ganze Projekt wurde dann auch dreimal gestartet, meine beiden Jungs wollten schließlich auch die passenden Scalecars fahren.



Nach oben



Nach oben

Der Anfang war schnell gemacht: die Karosserieteile wurde mit Plastikkleber zusammengefügt, eine leichte Aufgabe bei der guten Passgenauigkeit. Nach dem Aushärten habe ich alles mit 1000er Schleifpapier angeraut, besonders die feinen Trennlinien vom Spritzguss sind entfernt worden, damit diese nach der Lackierung nicht unschön das Farbbild beeinflussen. Mit einer alten Zahnbürste und ein wenig Scheuerpulver schrubbt man die Karosse ab, danach wird sie unter klarem Leitungswasser gespült. Schließlich entfette ich nochmals alles mit ein wenig Silikonentferner, damit wirklich keine Fettrückstände bleiben.



Nach oben



Nach oben

Zum Grundieren nehme ich einen Haftgrund in weiß, damit später die Farben auch kräftig und leuchtend herauskommen. Besonders bei hellen Farben wie rot oder gelb ist ein weißer Untergrund von Vorteil. Mit ein wenig Annebeln beginnt man, nach zehn Minuten Pause kann eine weitere dünne Schicht aufgetragen werden und nach einer weiteren halben Stunde setze ich zum letzen Mal die Spraydose an. Wichtig ist, dass man die Grundierung nach dem Durchtrocknen noch mal ganz leicht anschleift (2000er Schleifpapier ohne Druck benutzen), dann hält auch die Farbe noch besser. Apropos Farbe: bei den drei zu bauenden Autos habe ich mit meiner Airbrush Basislacke aufgetragen, die lassen sich sehr gut sprühen und ergeben eine gleichmäßige und dünne Schicht. Die Le Mans Renner wurden weiß, gelb und natürlich rot. Auch hier gilt: einige dünne Schichten Lack sind allemal besser als ein dicker „Anstrich“.
Die Karosserien werden zum Trocknen beiseite gestellt und man kann nun mit anderen Dingen weitermachen.



Nach oben



Nach oben

Das Chassis: der Testa Rossa hat aufgrund seiner einzigartigen Form das Problem, dass man bei handelsüblichen Fahrwerken immer ein Stück der Grundplatte sieht, besonders hinter den vorderen Kotflügeln. Also habe ich mich mit einem Freund zusammengesetzt und nach zwei Stunden hatten wir einen Grundriss gezeichnet. Nach ein paar Tagen hatten wir das erste Testchassis zur Verfügung und haben festgestellt, dass es perfekt zur Karosserie passt. Also starteten wir eine „Kleinserien-Produktion“.



Nach oben



Nach oben

Das Fahrwerk war schnell zusammengebaut, alle wichtigen Teile wie Motor, Leitkiel, Achsen, Getriebe, Kugellager usw. wurden aus dem „Hochregellager“ genommen. Die Räder sollten schon stimmig zum Fahrzeug sein, also dementsprechend groß und zeitgenössisch. Die 15 Zoll Felgen mit entsprechenden Speicheneinsätzen wurden vorne mit harten Moosgummireifen und hinten mit PU Reifen versehen. Der Durchmesser beträgt vorne 25,2mm und hinten satte 27,5mm. Die Reifenbeschriftungen sind Wasserschiebebilder (Decals) und mit einem matten Klarlack versiegelt, damit sie nicht beschädigt werden.



Nach oben



Nach oben

Die gefrästen Achsböcke müssen nicht ausgerichtet werden, Kugellager werden nur eingepresst und dann werden die Achsen montiert. Das Chassis ist nun soweit fahrfertig, nachdem die Motorkabel in den Leitkiel und die passenden Schleifer montiert wurden.



Nach oben



Nach oben

Mittlerweile sind die drei Karosserien gut durchgetrocknet und man kann mit dem Aufbringen der Startnummern und Embleme beginnen. Ich benutze immer einen Decal-Setter, um die einzelnen Aufkleber auch gut in Position schieben zu können. Mit einem weichen Pinsel und ggf. einem Stück Küchenrolle wird die überschüssige Feuchtigkeit solange weggedrückt, bis das Decal trocken ist und keine Falten oder Blasen wirft. Das ist von großer Wichtigkeit, da es sonst während des Aufbringens von Klarlack passieren kann, dass dieser unter nicht festsitzende Aufkleber kriecht und die gesamte Optik wäre dahin. Deswegen sollte darauf ein Hauptaugenmerk gerichtet werden, auch wenn der zeitliche Aufwand groß erscheint. Nachdem alle „Klebearbeiten“ beendet sind, empfehle ich mehrere Tage die Autos nicht mehr anzufassen. Erst nach dem guten Trocknen sollte man wieder zu einem feuchten Tuch und ein wenig Fensterreinigungsmittel (ohne Zusätze) greifen und die gesamte Karosserie vorsichtig Abreiben – schließlich sind jede Menge fettige Abdrücke auf dem Wagen, man hatte ihn ja permanent bei Bedecaln in der Hand. Und ein guter Klarlack haftet natürlich auf einem fettfreien Untergrund viel besser. Ich benutze einen 2-Komponenten Lack und bringe ihn mit einer Airbrush bei ca. 2 bar Druck auf. Auch hier gilt: mehrere dünne Schichten sind besser als ein dicke. Jetzt sollte alles 24 Stunden zum Trocknen beiseite gestellt werden.



Nach oben



Nach oben

Die Karosserie und das Fahrwerk sind soweit fertig, jetzt kann man die Zeit nutzen, um an den vielen offenen „Kleinbaustellen“ zu arbeiten. Da hätten wir das Interieur als nächsten Baustein. Ich habe ein Lexaninlet mit Lexanfarbe schwarz lackiert, dann eine Schicht matten Klarlack darüber gesprüht und das Ganze zum Trocknen beiseite gelegt. In der Zwischenzeit bringe ich auf das ebenfalls mattschwarz lackierte Armaturenbrett die passenden Decals aus dem Bausatz auf. Damit diese noch realistischer aussehen bringe ich ein wenig Zweikomponentenkleber mittels eines Zahnstochers direkt auf die Oberfläche auf. Das hat zwei Vorteile: zum einen werden die Wasserschieber versiegelt und zum anderen sieht der durchsichtige Kleber so aus, als wenn die Instrumente verspiegelt wären.



Nach oben



Nach oben

Jetzt kommt der Fahrer an die Reihe. Entgratet, entfettet und sauber abgespült wird er zunächst hauchdünn grundiert. Danach wird er in typischen und zeitgenössischen Farben angemalt, ebenso der Kopf. Hier sollte man eine ruhige Hand mitbringen, denn Gesicht, speziell die Augen, sollen schon top aussehen. Da der Innenraum sehr eng ist und wir mit dem kleinen Fox10 Motor auch noch ein kleines Platzproblem haben, verwende ich einen Fahrer, der quasi den Sitz angegossen hat und somit wertvolle Millimeter für die Montage gewonnen werden. Doch bevor nun das Interieur eingebaut werden kann, sollte bei dieser Karosserie/Chassis Kombination zuerst die „Hochzeit“ erfolgen.



Nach oben



Nach oben

Hochzeit: das sogenannte Verheiraten von Karosserie und Fahrwerk ist eine der wichtigsten Übungen bei einem Slotcar. Wenn hier nicht sauber gearbeitet wird, darf man sich später nicht wundern, wenn der Wagen nicht so gut“ liegt“, wie man das gerne hätte. Wichtig: zuerst kleben wir das Cockpit mit ein paar Streifen Klebeband provisorisch in die Karosserie, um den vorhandenen Platz für die Karohalter festzustellen. Anschließend rauen wir die Stellen der Carbon Karohalter auf, an denen wir die Schaumstoffklötzchen abkleben wollen. Jetzt spannen wir kleine Gummiringe über die 4 Muttern, damit sich das U-Element nicht mehr in der Höhe bewegen kann. Warum? Damit wir den perfekten „Wackel“ erreichen. Das geht nur, wenn man vorher den Karosserieträger fixiert, damit beim Zusammenfügen von Karo und Chassis nicht ein Teil nach oben gezogen wird. Dies würde ein ungleichmäßiges Wackeln verursachen und damit ein schlechtes Handling hervorrufen.



Nach oben



Nach oben

Wir schneiden passende Stücke und verkleben sie mit geeigneten Klebern wie Stabilit, Uhu plus oder ähnlichen. Anschließend nehmen wir ein wenig von unserem Kleber und verteilen ihn um die vier Muttern auf den Karohaltern. Diese sollen ja nicht mitdrehen, wenn später von unten die Schrauben eingedreht werden. Die Karosserie sollte jetzt „saugend“ über das Fahrwerk gestülpt werden können. Durch das Unterlegen von Plättchen oder Materialien, die sich zum Anpassen eignen, wird die richtige Einklebehöhe festgelegt. Achtung: immer darauf achten, dass die Räder nicht in den Radkästen schleifen. Hat man nun die optimale Passung gefunden, nimmt man den Ferrari wieder ab, streicht die Stellen mit Kleber ein, die an den Schaumstoff kommen, macht dasselbe am Schaumgummi und fügt Karosse und Fahrwerk wieder zusammen. Durch geringfügiges Ausrichten des Ganzen sollte jetzt die finale Position erreicht sein. Ich lasse den Wagen ein paar Stunden lang trocknen.



Nach oben



Nach oben

Die Zeit ist nun gekommen, dass man sich mit den Karosserieanbauteilen beschäftigen kann. Auspuffrohre, Persenning und Kühler werden mattschwarz lackiert, Kleinteile schon einmal entgratet und zum Einbau vorbereitet, Klarsichtteile wie Scheiben oder Scheinwerferabdeckungen können poliert werden oder Kleinteile wie Lenkrad, Schalthebel oder Lichter können fertiggestellt werden.

So, wir sind fast fertig und es beginnt die Zeit, in der man sich schon riesig über das fertige Auto freut. Aber genau jetzt passieren die meisten Fehler, denn alles was man jetzt macht, ist „sichtbar“ und jeder kleine Fehler wird bestraft. Die Ungeduld tut ein Übriges dazu, also, hier mein eindeutiger Rat: Zeit lassen.



Nach oben

Ich nehme das Auto, löse die Schrauben, die Chassis und Karosserie verbinden, und entferne die Gummiringe, die zur Fixierung des Trägerelementes gedient haben. Der Moment der Wahrheit rückt näher. Ein erneutes Zusammenschrauben bringt Aufschluß darüber, ob ich das alles sauber miteinander verklebt habe. Dies überprüfe ich folgendermaßen: beim Drücken auf die Karosserie mittig vorne muss das gesamte Heck in die Höhe gehen, gleichzeitig, d.h., weder die linke Hinterseite noch die rechte darf sich zuerst anheben. Und nun die Übung andersherum: hinten mittig drücken und schauen, dass sich der Vorderwagen auch gleichmäßig anhebt. Nur wenn dies der Fall ist, sollte man zufrieden sein. Wenn es einen Diagonalwackel gibt hilft nur das erneute Verkleben.



Nach oben

Das Cockpit samt Fahrer klebe ich vorsichtig mit Klebeband ein, da ich noch die finale Sitzposition des Fahrers herausfinden muss. Noch wichtiger: die Lenkradposition sollte jetzt gefunden werden, denn nichts sieht hässlicher aus, als ein falsch sitzendes Volant. Wenn dies geschehen ist verklebe ich Fahrer, Lenkrad und schließlich das Interieur. Die Karosseie ist nun fast fertiggestellt, doch einige Kleinteile fehlen noch. Also ab zur Waage, denn das Reglement sagt 44 Gramm für den Ferrari der DSC Klasse 1. In meinem Fall fehlen ca. 10 Gramm, die fehlenden Teile wie Scheibe usw. schon mitgerechnet. Wo und vor allem wie bekomme ich das fehlende Gewicht unter? Ich nehme eine Wolfram-Knetmasse, die ist deutlich schwerer als Blei, ist ungiftig und hat den Vorteil, dass man sie da hinpacken kann, wo man sonst nut schwer mit harten Materialien wie Messing oder Trimmblei hinkommt. Kurz abgewogen, leicht geknetet und dann direkt in die Seiten der Karosse geklebt, zwischen die Schaumstoffklötzchen und natürlich vom Schwerpunkt her ideal nach unten in die Seiten.



Nach oben



Nach oben

Jetzt werden die letzten Kleinteile an der Karosserie angebracht, das Auto zusammengeschraubt und auf die Waage gestellt. Das Mindestgewicht von 160 Gramm wurde erreicht, die ersten Trainingsrunden stehen auf dem Zettel. Aber bevor es vielleicht zu ersten Kratzern oder Beschädigungen kommt, werde ich ein Fotoshooting machen – für die Galerie und die Car On Line. Eines kann ich sagen: es hat viel Spaß gemacht, einmal ein Slotcar zu bauen, das nicht den unbedingten Siegesgedanken in sich hat, sondern vielmehr den Charakter des „einfach Lust, mal was anderes zu bauen“ in sich trägt.



Nach oben



Nach oben